Abrechnungsbetrug in Kliniken mit falschen Diagnosen

Falsche Diagnosen in Klinken

Kliniken betrügen durch falsche Diagnose

Das deutsche Gesundheitswesen gilt als teuer. Auf der einen Seite sind es Ärzte, für die seitens der Krankenversicherung immer mehr Geld aufgebracht werden muss. Aber auch Medikamente und der Aufenthalt im Krankenhaus schlagen immer wieder kräftig zu Buche. Jetzt berichtet das Magazin „Focus“ von einer neuen Masche, mit der anscheinend in Krankenhäusern die Krankenversicherung zusätzlich belastet wird.

Betrug mit falschen Diagnosen

Es soll dabei um das Stellen falsche Diagnosen gehen, über die gegenüber der Krankenkasse eines Patienten höhere Abrechnungen möglich sind.

Der „Focus“ stützt sich bei seinem Bericht auf Ralf Kölbel und eine noch nicht veröffentlichte Studie zu dem Thema. So werden laut Kölbel, der an der Uni Bielefeld übrigens einen Lehrstuhl für Kriminologie, Strafrecht und Strafverfahrensrecht innehat, zu der eigentlichen Diagnose illegal zusätzliche Diagnosen gestellt, die anschließend mit der Krankenversicherung des Patienten verrechnet werden.

Dabei sind für die Kliniken Summen im vierstelligen Bereich drin. Zahlen und Fakten zur Höhe des Abrechnungsbetrugs nannte der Professor laut „Focus“ aber nicht. Trotzdem dürfte das Ganze für die Kassen teuer werden. Und damit auch für den Patienten, der über die Beiträge die Ausgaben seiner Kasse mitfinanziert.

Keine Einsparung durch neues Abrechnungssystem

Gegenüber dem „Focus“ hält es der Jurist Ralf Kölbel schon allein für bezeichnend, dass die Krankenhäuser nach dem Wechsel des Abrechnungssystems vor einigen Jahren nicht günstiger geworden sind. Bis zu diesem Zeitpunkt wurde der Klinikaufenthalt nach der Zahl der Tage abgerechnet. Mit dem Wechsel zu einem befundorientierten Abrechnungssystem sollte die Krankenversicherung eigentlich entlastet werden. Allerdings war davon anscheinend bislang nicht viel zu spüren. Die Ergebnisse der Studie dürften daher von allen Seiten mit Spannung erwartet werden.

Betrug im Gesundheitssystem

Der aktuelle Fall steht stellvertretend für immer wieder auftauchende Skandale im deutschen Gesundheitswesen. Erst vor einigen Wochen sorgte ein Fall für Aufsehen, in dem AIDS-Medikamente aus Afrika einfach umetikettiert und in Deutschland für viel Geld den Besitzer wechselten. Eine Tatsache, die deutlich macht, wie groß die Verlockung bei einigen Beteiligten zu sein scheint. Das Nachsehen haben am Ende aber immer wieder die Patienten und die Beitragszahler, auf deren Rücken Auseinandersetzungen um Einsparungen und Kosten ausgetragen werden.

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