66 Tarife der Krankenhauszusatzversicherung im Test der Finanztest

Die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen können an die Top-Tarife der privaten Krankenversicherung nicht heranreichen. Allerdings haben Kassenpatienten die Möglichkeit mit verschiedenen Zusatzversicherungen ihren Versicherungsschutz zu erweitern. Doch auch hier gibt es sowohl Preis- als auch Leistungsunterschiede. Die zur Stiftung Warentest gehörende Verbraucherzeitschrift Finanztest hat in ihrer neuen Ausgabe (10/2012) insgesamt 66 Krankenhauszusatzversicherungen getestet.

Wem nützt eine Krankenhauszusatzversicherung

Chefarztbehandlung? Unterbringung in einem Ein- oder Zweibettzimmer? Das sind bei einem stationären Krankenhausaufenthalt in der Regel Privilegien für Privatpatienten. Doch mit einer guten Krankenhauszusatzversicherung können auch Kassenpatienten diese Leistungen in Anspruch nehmen. Je nach Alter des Versicherten, Vorerkrankungen und den gewünschten Leistungen, werden für die Versicherung ganz unterschiedliche Beiträge fällig. Finanztest stellt für ihre 43-jährigen Musterkunden Beitragsunterschiede von acht Euro pro Monat fest.

66 Tarife im Test

Die Experten haben insgesamt 33 Einbettzimmertarife und 33 Zweibettzimmertarife getestet. Diese wurden getrennt für Männer und Frauen untersucht, da es erst ab dem 21. Dezember dieses Jahres durch die Unisextarife Beitragsgleichheit gibt. Bis dahin müssen Frauen für Krankenhauszusatzversicherungen mehr als Männer bezahlen. Insgesamt sechsmal wurde die Bestnote „sehr gut“ vergeben. Der Tarif SZ der HUK-Coburg mit Einbettzimmer konnte sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen überzeugen. Bei den Frauen erreichte auch der Tarif 400 der LKH ein „sehr gut“. Bei den Zweibettzimmer-Tarifen siegte bei den Männern der Tarif ST-G2 der DEVK, bei den Frauen der Tarif 262 der Arag und der Tarif WK 100 der Debeka.

Sehr viele mittelmäßige Tarife, einzelne Verlierer

Doch während auch 16-mal die Note „gut“ erreicht wurde, konnten die meisten Tarife nur ein „befriedigend“ oder ein „ausreichend“ erzielen. Die großen Verlierer des Tests waren die Tarife SG1 (Einbett) und SG2 (Zweibett) der Central bei den Frauen und bei den Männern, sowie der Tarif WZ2 (Zweibett) von Vigo bei den Frauen und der Tarif SE2+SEK (Zweibett) bei den Männern. Sie fielen mit einem „mangelhaft“ im Test durch.

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